Ein Erwachen aus dem Dornröschenschlaf
Wer gut (oder auch nicht so gut) aufgepasst hat, der stellt schnell fest, dass in diesem Blog seit de 2024 nicht viel passiert ist. Überhaupt hat mein Schreiben in den letzten zwei Jahren sehr gelitten. Grund hierfür war ein Burnout und eine damit einhergehende berufliche Umstellung. Seitdem ist aber viel passiert – und das ist sehr gut so.
Warum ich zwei Jahre nicht geschrieben habe
Als Die Chronik der Herzlosen erschien, arbeitete ich als Freiberuflerin und hatte viel größere Freiheiten in meiner Zeiteinteilung. Das hat es mir erlaubt, fließend zwischen Auftragsarbeiten und der Arbeit an meinen Büchern hin und her zu wechseln. Allerdings brachte diese freie Einteilung ihre Tücken mit sich. Schnell übernahmen die Auftragsarbeiten meine Tagesplanung und meine Träume vom Schreiben flogen zum Fenster hinaus.
Aus wirtschaftlichen Gründen habe ich mich daher Ende 2023 entschieden, erneut in eine Festansttellung zu wechseln. Diese brachte mir viele Vorteile, allerdings erforderte sie tagsüber meine volle Aufmerksamkeit, weil ich einen guten Job mahen wollte. Vor allem die Verantwortung für mein Team war mir wichtig. Entsprechend war nicht mehr viel Zeit (und viel entscheidender: Energie) da, um an meinen Büchern zu arbeiten. Es viel mir unendlich schwer, überhaupt davon zu erzählen oder zumindest ein paar Kapitel zu planen. Es fühlte sich an, als wäre ich in einen tiefen Ozean getauft, der von Stürmen gepeitscht wird. Jeden Tag trat ich Wasser wie eine Verrückte und konnte meinen Kopf doch gerade nur so über Wasser halten. Es war ein beängstigender Zustand. Und vor allem brachte er mich nicht näher an das Leben heran, dass ich tatsächlich leben wollte.
Manchmal kennt man den Weg und trotzdem von ihm ab
In den vergangenen zwei Jahren habe ich nochmal einen großen Sprung gemacht. Im Beruf, aber auch als Mensch. Ich habe aber auch einsehen müssen, dass mir die Freiberuflichkeit in vielerlei Hinsicht besser bekommen ist und mir erlaubt hat, mich meinen Lebenszielen anzunähern. Entsprechend habe ich mich Ende 2025 entschlossen, meine Festanstellung aufzugeben und meinen Lebensentwurf noch einmal zu überdenken. Fast Forward: März 2026. Meine Festanstellung endet. Mit Hilfe eines fabelhaften Karriere-Coaches ist es mir gelungen, meine Wünsche wieder in den Fokus zu nehmen und das Vertrauen aufzubauen, diese wieder zu verfolgen.
Das Interessante an der Sache ist: Ich kannte den Weg die ganze Zeit. Die wirtschaftliche und geopoltische Lage hat mich allerdings so eingeschüchtert, dass meine Träume unter der Angst begraben wurden. Die letzten Woche haben sich daher wie ein archäologisches Projekt angefühlt, in dem ich meine Träume ausgegraben und vom Staub befreit habe. Und ich muss sagen: Das fühlte sich sehr gut an. Ich musste aber eben auch erkennen, dass man den Weg oft schon kennt, aber aus Angst von ihm abkommen kann.
Ich will mir nichts versprechen
Nachdem diese Ausgrabungsarbeiten erledigt waren, fühlte ich mich voller Energie und Lebensfreude. Nun ist mir aber auch klar, dass ich diese Energie nicht in einem großen Schub wieder ausgeben kann und möchte. Überhaupt musste ich verstehen, dass nicht nur Zeitmanagement eine Fähigkeit ist, die mir das Leben leichter macht, sondern auch mein Energiemanagement. Es gibt Tage, an denen versetze ich Berge, und das gibt es Tage wie heute (während ich das hier schreibe), in denen meine Lese-Rechtschreibschwäche durchschlägt und alles verlangsamt, meine Gedanken wie verrückt umherspringen und meine Grundstimmung eher gedämpft ist. Diese »Wechselstrom« meiner Energie macht es mir unvorstellbar schwer, konsistent zu bleiben.
Deswegen möchte ich hier auch keine Versprechen abgeben. Ich habe Vorstellungen, wenn es um das Schreiben geht. Das ist klar. Aber ich habe mich in der Vergangenheit eben auch sehr damit gequält, umbedingt konsistent sein zu müssen, obwohl mein Leben eher auf »Wechselstrom« geschaltet ist. Meine Aufgabe (neben den Büchern) ist es deshalb auch, dieses Leben mit wechselnden Energieleveln zu verstehen und zu meistern. Dafür ist es zwingend erforderlich, den Druck aus der Sache rauszunehmen.
Und genau das mache ich hiermit. Ich nehme den Druck raus. Ich spiele und experimentiere. Und dann schaue ich mal, wohin mich mein Schreiben bringt. Das macht auch sehr viel mehr Spaß, als unter Zwang zu schreiben und mir selbst damit alle Freude an etwas zu nehmen, was mein Überlebenstool Nr. 1 ist. Meine Intentionen sind aber klar: Wieder ins Schreiben reinkommen und die Welt daran teilhaben lassen. Vielleicht hier. Vielleicht auf Instagram. Vielleicht auf anderem Wege. Ich danke dir auf jeden Fall, dass du bis hierher dabei geblieben bist. :) <3
